Eine gelungene Verbindung von Empirie und Erfahrungswissen

 

Fast 20 Jahre haben die Fundraiserinnen und Fundraiser im deutschsprachigen Raum auf eine neue Gesamtdarstellung des „Data-Driven-Fundraising“ warten müssen – das Buch von Peter Rosegger/Helga Schneider/Hans-Josef Hönig aus dem Jahr 2000 gibt es nicht einmal mehr im Antiquariat.

Der Mathematiker und Sozialwissenschaftler Andreas Berg hat mit seiner Publikation die Quintessenz seines Wissens vorgelegt, das er in mehr als 20 Jahren in unzähligen Projekten und Maßnahmen erworben hat: in Organisationen, in Agenturen und seit 2012 als unabhängiger Berater.

Andreas Berg ermutigt alle Berufskolleginnen und -kollegen, sich näher mit der fakten- und datengesteuerten Seite des Fundraisings zu beschäftigen. Mit jedem weiteren Kapitel wird immer deutlicher, dass Kreativität, Analyse und strategisches Handeln zusammen gedacht werden müssen. Das Buch überzeugt durch seine klare Struktur und seine verständliche Sprache: Nach dem Studium der knapp 200 Seiten können wirklich alle Leserinnen und Leser jeden falschen Respekt ablegen, den sie gegenüber den Themen Datenqualität, Datenschutz, Kennzahlen, Analysen, Segmentierungsverfahren sowie Schritte zum Einsatz einer passenden Fundraising-Software vielleicht einmal hatten.

Besonders überzeugend, anschaulich und praxistauglich sind vor allem die Darstellung des Erfordernisses einer hohen Datenqualität und das Kapitel zur Segmentierung. Noch mehr Platz hätten die Abschnitte zum Thema „Tests“ und zu den Kriterien zur Auswahl einer qualitativen Fundraising-Software verdient. In einer weiteren Auflage würde ich mir persönlich in den Abschnitten zu den Kennzahlen „Lifetime-Value“ und „Investition pro Spender“ mehr Hilfestellungen angesichts der zahlreichen und zugegeben kniffeligen Fragen wünschen.

Vor dem Hintergrund eines immer komplexer werdenden Fundraising-Umfeldes ist diese profunde Darstellung konkurrenzlos. Der Umschlagtext verspricht nicht zu viel: „Data-Driven-Fundraising“ kann jeder lernen.

Willibald Geueke