Institutional Readiness im Fundraising, das ist irgendwie wenn alle mitmachen. Klingt einfach, ist in der Praxis aber ziemlich schwierig.

 

 

Wenn eine Erbschaftsfundraiserin davon erzählt, dass der Vorstand ihrer Organisation ihre Arbeit für Leichenfledderei hält, dann können wir ziemlich sicher sein, dass diese Organisation noch nicht „ready“ ist. Aber wann ist eine Organisation bereit fürs Fundraising?

 

Ready and willing?

 

Marita Haibach definiert Institutional Readiness im Handbuch der Fundraising Akademie so: „Es geht darum alle Fundraisingrelevanten Tätigkeiten und Prozesse innerhalb einer Organisation so zu optimieren, dass diese von den Spendern und Spenderinnen als kompetenter Partner wahrgenommen wird und sich dies auch bei den Fundraising-Einnahmen zeigt.“ Eine Organisation sollte zunächst einmal schlüssig erklären können, warum sie überhaupt auf Spenden angewiesen ist. Sie sollte Förderprojekte haben, die sie auch umsetzen und finanzieren kann. Natürlich braucht sie Förderer, die bereit sind, solche Projekte zu unterstützen. Und sie sollte Mitarbeiter haben, die all das umsetzen können. Persönlichkeiten, die in der Lage sind, andere Menschen zu inspirieren und zu begeistern. Und Menschen, die das Fundraising der Organisation strategisch und nachhaltig organisieren.

 

Kein Zustand, sondern ein Prozess

 

Das alles klingt, als wäre die Institutional Readiness ein Zustand, der irgendwann erreicht ist und den man dann getrost vergessen kann. Tatsächlich aber ist Institutional Readiness kein Zustand, sondern ein Prozess. Denn jedes Mal, wenn sich an den Voraussetzungen für das Fundraising etwas ändert, muss auch über die Auf- und Einstellung der Organisation neu nachgedacht werden. Solche Veränderungen können zum Beispiel Neubesetzungen im Vorstand sein, aber auch die Definition neuer Organisationsziele.

 

Das besagt, dass Institutional Readiness eine Art interne Sisyphos- Aufgabe ist, die permanent angestrebt werden muss. Zu fragen ist dabei, ob die Fundraiserinnen und Fundraiser diesen Stein immer wieder neu bewegen müssen. Denn deren Aufgabe ist das Einwerben aller nötigen Mittel, die eine Organisation braucht, nicht aber die Entwicklung der Organisation selbst.

 

 

Udo Marquardt